Freie evangelische Gemeinde Kierspe
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An[ge]dacht


Anregungen zum Weiterdenken

Hinfallen, Krone richten, weitergehen

Ein Sprichwort aus Russland sagt: „Die Gänse mögen bis zum Meer fliegen, sie werden trotzdem nicht als...[mehr]

An[ge]dacht

Hinfallen, Krone richten, weitergehen

Ein Sprichwort aus Russland sagt: „Die Gänse mögen bis zum Meer fliegen, sie werden trotzdem nicht als Schwäne zurückkehren.“ Man nimmt sich im Urlaub schließlich auch immer selbst mit. Und manchmal kommen uns gerade im Urlaub Dinge hoch, die wir längst überwunden meinten. Eine Reise wird aus Gänsen noch keine Schwäne machen. Apropos Zugvögel: Kennen Sie eigentlich den ersten Spanienurlauber?

Ein ganzes Buch ist ihm gewidmet. Nicht besonders dick, aber gehaltvoll. Nur vier Kapitel lang, aber voller Überraschungen: Jona. Jona 1, Vers 1 bis Vers 3 (Gute Nachricht): Das Wort des HERRN erging an Jona, den Sohn von Amittai, er sagte zu ihm: »Geh nach Ninive, der großen Stadt, und kündige ihr mein Strafgericht an! Ich kann nicht länger mit ansehen, wie böse die Leute dort sind.«

Jona machte sich auf den Weg, aber in die entgegengesetzte Richtung. Er wollte nach Tarschisch in Spanien fliehen, um dem HERRN zu entkommen. In der Hafenstadt Jafo fand er ein Schiff, das dorthin segeln sollte. Er bezahlte das Fahrgeld und stieg ein.

Jona stammt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Nazareth. Von Beruf ist er Prophet. Man könnte auch sagen, er ist Pastor. In einem anderen Buch der Bibel (2. Könige 14, 25) lernen wir Jona als einen Mann kennen, dessen Wort Gewicht hat. Jona prophezeit und was er sagt, trifft ein. Sein Name heißt wörtlich übersetzt: „Taube“. Und gibt es einen besseren Namen für einen Pastor oder Propheten als den Namen „Taube“. Einen Vogel, der ja auch damals schon als Brieftaube dazu bestimmt war, Botschaften zu überbringen?

Und - war Jona nicht auch eine taube Nuss? Aber Jona ist kein genereller Neinsager! Hätte man ihm einen Predigtauftrag an der hiesigen Kirche in Jerusalem übertragen, er wäre sofort dorthin gegangen. Oder nach Nazareth, nach Irgendwo. Aber ausgerechnet Ninive. Ninive ist ja nicht irgendeine Stadt, das ist die Hauptstadt von Assyrien, Israels schlimmsten Feind. „Und da soll ich hin? Die Assyrer sind doch dafür bekannt, dass sie so herrlich, schrecklich foltern können. Was die sagen werden, wenn ich ihnen das Gericht Gottes predige, kann ich mir an fünf Fingern abzählen. Die werden mich einen Kopf kürzer machen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Und überhaupt: Wieso interessiert sich Gott ausgerechnet jetzt für unseren schlimmsten Feind?“ Jona denkt nach! Es kann natürlich auch alles ganz anders kommen. Na klar, Gott wird sich über Ninive erbarmen. Er wird weich werden. Er wird Gnade vor Recht ergehen lassen und ich, wie werde ich dastehen? Ich werde dann der Gelackmeierte sein! Ich werde mich in ganz Israel lächerlich machen. Ich sehe schon die Schlagzeilen: „Jona, der Prophet, der nicht voraussagen kann, was geschehen wird!“

„Ohne mich“, denkt Jona, und fängt schon einmal an, seine Zahnbürste zu suchen. „Ich lass mir doch meinen Beruf nicht kaputt machen. Wenn ich nach Ninive gehe, kann ich mir gleich einen neuen Job suchen.“ „Ohne mich“, denkt Jona, und packt die Sachen. Er bucht das erstbeste Schiff nach Spanien, bezahlt das Fährgeld und legt sich schlafen. Jona träumt: „Von Sommer, Sonne, Erika“ (getreu dem Filmtitel von 1940).

Jona 1, Vers 4 bis Vers 6 und 12  (Gute Nachricht): Da schickte der HERR einen Sturm aufs Meer, der war so heftig, dass das Schiff auseinander zu brechen drohte. Die Seeleute hatten grosse Angst und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe. Um die Gefahr für das Schiff zu verringern, warfen sie die Ladung ins Meer.
Jona war nach unten gegangen, hatte sich hingelegt und schlief fest. Der Kapitän kam zu ihm herunter und sagte: »Wie kannst du schlafen? Steh auf, rufe zu deinem Gott! Vielleicht hilft er uns und wir müssen nicht untergehen!«
Jona sagte: »Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist.«

Damals glaubten die Menschen, dass ihre Götter an die jeweiligen Landesgrenzen gebunden seien. Und so glaubt auch ein Jona, Gott könne ihm nicht übers Meer folgen. Schließlich gehört der doch zu Israel und wird keine Kreuzfahrt nach Spanien unternehmen. Eigentlich müsste Jona Gott ja besser kennen. Schließlich ist er schon längere Zeit in seinem Namen und Auftrag unterwegs. Jona müsste es wissen, dass er nicht irgend einem begrenzten Götzen dient, sondern dem unbegrenzten Gott, der Himmel und Erde und auch das Meer gemacht hat. Jona müsste es wissen, dass Gott nicht an Ländergrenzen gebunden ist.

Aber soweit denkt Jona nicht mehr. Ihm wird auch nicht bewusst, wie lächerlich seine Flucht vor Gott eigentlich ist. „Nur weg“, denkt er. „Weit weg“. Die Erinnerung an den Job in Ninive verblasst und rückt in weite Ferne. Und Gott? Der ist für Jona noch viel weiter weg. Jona ist auf der Flucht vor Gott - lächerlich! Wie kann man denn vor dem allmächtigen Gott fliehen?

Und doch ist die Flucht des Jona nicht die einzige ihrer Art geblieben. Egal, ob wir wie Jona eine Schiffsreise buchen, oder ob wir innerlich Gott den Rücken zukehren, wir haben auf jeden Fall die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch Jona wird von Gott eingeholt. Er bekommt es hautnah zu spüren, dass Gott am längeren Hebel sitzt, dass es nicht nur teuer und lächerlich ist, vor Gott zu fliehen, sondern sogar lebensgefährlich. Nicht nur diese mehr als starke Brise, dieser Orkan. „Keine Sonne, kein Strand und auch keine Erika“. Das Schiff droht zu kentern.

Und was versuchen sie nicht alles: Zuerst werfen sie die Ladung über Bord. Anschließend betet jeder verzweifelt zu seinem Gott. Schließlich werfen sie das Los, um den zu finden, der an ihrer Misere schuld ist. Jona heißt der Unglücksrabe. Und seit damals bezeichnet man im englischen Sprachraum mit „Jonah“ einen Menschen, der bereits durch seine bloße Anwesenheit Unglück über andere bringt. Jona in einer Gruppe, und alles geht schief.
Aus Jona, der Taube, wurde ein Unglücksrabe!

Jemand sagte einmal: „Reisen bedeutet nicht „ankommen“, sondern „unterwegs sein“!“ Wie wahr! Jona kam niemals in Spanien an.

Jona 2, Vers 1 und Vers 11 bis 3, 3a  (Gute Nachricht): Der HERR aber liess einen grossen Fisch kommen, der verschlang Jona. Drei Tage und drei Nächte lang war Jona im Bauch des Fisches.
Da befahl der HERR dem Fisch, ans Ufer zu schwimmen und Jona wieder auszuspucken. Zum zweiten Mal erging das Wort des HERRN an Jona, er sagte zu ihm: »Geh nach Ninive, der grossen Stadt, und rufe dort aus, was ich dir auftrage!« Diesmal gehorchte Jona.

Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. So sitzt Jona nun im Bauch eines Fisches statt auf seinem Traumschiff. So geht es jetzt nach Ninive statt nach Spanien, aber das merkt er erst später.

Es geht ihm den Umständen entsprechend gut - wie man so sagt. Drei Tage lang sitzt er nun so da und denkt über alles nach. Übrigens ein idealer Platz dafür. Dann fängt er an zu beten und kapituliert vor Gott. Er erklärt sich bereit, den Job zu erledigen und nach Ninive zu gehen.
Jona wird von Gott eingeholt. Zugegeben, Gott geht etwas sehr drastisch vor. Aber wer nicht hört, muss eben manchmal fühlen. Jona hätte sich diesen Schwimmunterricht auch ersparen können. Er hätte keine zoologischen Betrachtungen aus nächster Nähe anstellen müssen, wenn, tja - wenn er nicht auf die Schnapsidee gekommen wäre, vor Gott zu fliehen.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Jona hätte allerdings lieber von etwas ganz anderem berichtet als von seinen Niniveerfahrungen. Es ist nicht aus und vorbei, wie Jona wahrscheinlich zwischendurch befürchtete, und es wurde auch nicht alles gut - zumindest nicht für Jona - nicht so, wie er sich das gedacht hatte. Der Job mit Ninive wartet, und Jona wird daran noch zu kauen haben, dass Gott tatsächlich Gnade vor Recht ergehen lässt und ihm 120.000 Menschen wichtiger sind, als das Ansehen seines Propheten.

Aber dadurch, dass Jona endlich zur Besinnung kommt, wird alles anders. Jona erhält eine zweite Chance. Bei dem lebendigen Gott kann jeder noch einmal von vorn anfangen. Er ist der Gott des Neuanfangs: „Hinfallen, Krone richten, weitergehen.“

Was Jona erlebt, auch wenn er es noch nicht einsieht, ist das, was später 120.000 Menschen erfahren und was jeder von uns erleben kann: Gott lässt tatsächlich Gnade vor Recht ergehen. Gott liebt uns, und keiner muss an seiner Schuld ersticken. Bei Jesus und an diesem Kreuz, an dem er sein Leben für unser Leben gab, können wir wirkliche Erholung für unsere Seele finden. Der Kirchenvater Augustinus sagte: „Unser Herz ist solange unruhig, bis es in dir, Gott, Ruhe findet.“

Wir können noch so weit weg fahren, nur an diesem Kreuz von Golgatha, nur bei Jesus, finden wir  letztlich Erholung und Ruhe für unsere Seelen. So hat es Jesus uns gesagt. Matthäus 11, Vers 28 (Hoffnung für alle): Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben.

Siegfried Ochs

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

1. Petrus 5,7

Café Jedermann


Datum:  28.09.2017
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Gottesdienst: Unsere geistlichen Zugänge zu Gott - weshalb wir so unterschiedlich empfinden


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Datum:  22.10.2017
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